Bodenständig · entlastend · Alltagsküche ohne Bratstress
Ofenfrikadellen sind ein verlässliches Familiengericht für Tage, an denen man satt werden will, ohne lange am Herd zu stehen. Dieses Rezept setzt auf ruhige Abläufe, saftiges Ergebnis und eine milde Senfsoße, die allen schmeckt.
Es gibt diese Abende, an denen der Tag schon genug verlangt hat. Man kommt heim, die Jacke bleibt länger an als geplant, und der Kopf ist noch voll. Genau für solche Tage sind Ofenfrikadellen gemacht. Sie nehmen einem nichts übel. Kein ständiges Wenden, kein Spritzen von Fett, kein Gefühl, gleichzeitig an fünf Dingen ziehen zu müssen.
Früher stand Grete am Herd und hat Frikadellen gebraten, eine nach der anderen. Die Pfanne war heiß, die Küche roch kräftig, und man musste dabeibleiben.
Heute darf es einfacher sein. Das Blech übernimmt die Arbeit, der Ofen hält die Hitze gleichmäßig, und man hat Zeit, die Küche aufzuräumen oder einfach kurz durchzuatmen.
Die Senfsoße gehört für viele dazu. Nicht scharf, nicht dominant, sondern rund. Sie verbindet alles auf dem Teller und macht aus Hackfleisch und Kartoffeln ein richtiges Essen. Für Kinder darf sie milder sein, für Erwachsene verträgt sie auch einen Löffel mehr Senf. Am Tisch wird selten viel geredet, wenn diese Frikadellen kommen. Das ist meist ein gutes Zeichen.
Ofenfrikadellen mit Senfsoße - saftig gebacken, entspannt gekocht
- 600 g gemischtes Hackfleisch
- 1 altbackenes Brötchen oder 2 Scheiben Toast
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Ei
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- Paprikapulver edelsüß
- mittelscharfer Senf
- 2 Esslöffel neutrales Öl
- 30 g Butter
- 1 Esslöffel Mehl
- 250 ml Milch
- 100 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
- optional ein Spritzer Zitronensaft
Das Brötchen wird in kaltem Wasser eingeweicht und anschließend gut ausgedrückt. Die Zwiebel wird sehr fein geschnitten oder gepresst. Hackfleisch, Brötchen, Zwiebel, Ei, Senf und Gewürze werden in einer großen Schüssel locker vermengt. Die Masse soll gerade so zusammenhalten. Wird sie zu fest, hilft ein kleiner Schuss Wasser oder Milch.
Der Backofen wird auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Ein Blech wird mit Backpapier belegt. Aus der Hackmasse formt man gleichmäßige Frikadellen und legt sie mit etwas Abstand auf das Blech. Sie werden leicht mit Öl bestrichen und im Ofen etwa 25 bis 30 Minuten gebacken. Nach der Hälfte der Zeit werden sie einmal gewendet, damit sie gleichmäßig bräunen.
Für die Soße wird die Butter in einem Topf geschmolzen. Das Mehl wird eingerührt und kurz angeschwitzt, ohne Farbe zu nehmen. Milch und Brühe werden nach und nach unter ständigem Rühren zugegeben, bis eine glatte Soße entsteht. Sie darf kurz aufkochen, dann wird der Senf eingerührt. Mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem Spritzer Zitronensaft wird abgeschmeckt. Die Konsistenz soll cremig sein, nicht dick.
Die Frikadellen werden aus dem Ofen genommen und direkt mit der Senfsoße serviert. Dazu passen Kartoffelpüree, Salzkartoffeln oder einfach ein Stück Brot.
Typische Fehler und wie man sie rettet
- Trockene Frikadellen werden mit etwas Brühe übergossen und kurz abgedeckt.
- Zu dicke Soße lässt sich mit warmer Milch wieder glattziehen.
- Fade Frikadellen gewinnen mit einem Hauch Senf im Fleisch.
Varianten und Tipps
- Mit etwas geriebenem Käse in der Masse bleiben die Frikadellen besonders saftig.
- Die Frikadellen lassen sich gut vorbereiten und kalt stellen.
- Reste schmecken kalt auf Brot oder aufgewärmt in Soße sehr gut.
Monikas Tipp
- Ein zweites Blech lohnt sich fast immer, kalt sind sie am nächsten Tag ein Geschenk.