Einfach · saftig · Kuchen für jeden Tag
Ein Zitronenkuchen ist kein Auftritt, sondern ein Versprechen. Frisch, buttrig, nicht zu süß und genau richtig für den Nachmittagstisch, wenn man keinen Anlass braucht außer einem Kaffee und ein bissl Ruhe.
Es gibt Kuchen, die macht man für Gäste, und es gibt Kuchen, die macht man für sich. Der Zitronenkuchen gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Der steht nicht im Mittelpunkt, der drängt sich nicht vor, aber wenn er da ist, merkt man sofort, dass er fehlt, wenn er nicht da wäre. So ein Kuchen liegt oft unter einem sauberen Geschirrtuch auf der Anrichte, schneidet sich gut, hält ein paar Tage und schmeckt am zweiten fast noch besser als am ersten.
Früher war Zitronenkuchen ein typischer Sonntagskuchen, besonders im Frühjahr. Wenn die Tage heller wurden, die Fenster wieder öfter offen standen und man langsam Lust auf etwas Frisches hatte, aber noch nicht auf große Experimente. Die Zitrone hat dann genau das Richtige getan: Sie hat den schweren Wintergeschmack aus der Küche vertrieben, ohne gleich auf Sommer zu machen.
Grete mag diesen Kuchen, weil er ehrlich ist. Butter, Eier, Zucker, Mehl – nichts Besonderes, nichts Verstecktes. Die Zitrone kommt nicht als Aroma aus der Flasche, sondern frisch gerieben und ausgepresst. Und genau das merkt man. Beim Backen zieht dieser Duft durch die Küche, ein bisschen warm, ein bisschen frisch, und man weiß: Das wird gut.
Ein Zitronenkuchen verzeiht auch viel. Er braucht keine perfekte Glasur, keinen Tortenheber und keine große Bühne. Man schneidet ihn in ordentliche Scheiben, legt sie auf einen Teller, vielleicht noch mit einem Tupfer Schlagobers, wenn’s sein darf. Mehr braucht’s nicht. Und wenn ein Stück übrig bleibt, dann ist das kein Problem, sondern fast schon ein kleiner Trost.
- 250 g Butter, weich
- 250 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 4 Eier
- 1 unbehandelte Zitrone, Schale und Saft
- 1 Prise Salz
- 350 g Weizenmehl
- 1 Päckchen Backpulver
- etwas Butter und Mehl für die Form
- 150 g Staubzucker
- 3–4 Esslöffel Zitronensaft
Die Butter wird rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen, damit sie weich ist. Dann wird sie mit Zucker und Vanillezucker hell und cremig gerührt, bis die Masse sichtbar luftiger wird. Die Eier kommen einzeln dazu, jedes wird gut untergerührt, bevor das nächste folgt. Man merkt, wie die Masse glänzt und schwerer wird.
Die Zitrone wird heiß abgewaschen, die Schale fein abgerieben und der Saft ausgepresst. Beides kommt zusammen mit dem Salz zur Buttermasse. Jetzt riecht man schon, wohin die Reise geht. Mehl und Backpulver werden vermischt und portionsweise untergehoben. Nicht mehr rühren als nötig, sonst wird der Kuchen fest.Die Kastenform wird gut gebuttert und bemehlt. Der Teig wird eingefüllt und glattgestrichen. Gebacken wird bei 170 Grad Ober- und Unterhitze etwa 55 bis 60 Minuten. Der Kuchen ist fertig, wenn er goldgelb ist, leicht zurückfedert und ein Holzstäbchen sauber herauskommt.
Nach dem Backen bleibt der Kuchen zehn Minuten in der Form, dann wird er vorsichtig gestürzt und vollständig ausgekühlt. Für den Guss wird Staubzucker mit Zitronensaft glattgerührt, bis er dickflüssig vom Löffel läuft. Der Guss wird über den Kuchen gestrichen und darf in Ruhe fest werden.
- Ist der Kuchen zu trocken, war er meist zu lang im Ofen – beim nächsten Mal früher prüfen.
- Reißt er stark auf, war die Hitze zu hoch, geschmacklich schadet das aber nicht.
- Wird der Guss zu dünn, hilft mehr Zucker; ist er zu dick, ein paar Tropfen Saft.
- Ein Teil des Mehls kann durch gemahlene Mandeln ersetzt werden, das macht ihn noch saftiger.
- Mit etwas Mohn im Teig bekommt der Kuchen mehr Biss.
- Gut verpackt hält sich der Zitronenkuchen drei bis vier Tage frisch.
- Ohne Guss eignet er sich auch gut zum Einfrieren.
- Wenn ihr meint, der Kuchen braucht noch ein bisschen Säure, dann braucht er sie auch – bei Zitrone darf man nicht geizen.
