Ofengnocchi mit geröstetem Gemüse

Alltagstauglich · modern gedacht · ein Blech, wenig Aufwand

Ofengnocchi sind so ein Essen, das man einmal macht – und dann fragt man sich, warum man sich jahrelang mit Pfanne und Spritzerei geplagt hat. Alles kommt auf ein Blech, der Ofen macht die Arbeit, und am Ende steht etwas auf dem Tisch, das nach mehr aussieht, als es an Mühe gekostet hat.

Es gibt Tage, da will man schon was Gscheits essen, aber eben nicht stundenlang am Herd stehen. Früher hat man dann halt Nudeln mit Soß’ gemacht oder Bratkartoffeln. Heute nennt man’s „Blechgericht“, aber im Grunde ist’s nix anderes als vernünftiges Haushaltsdenken: wenig Geschirr, klare Abläufe, und am Ende soll’s schmecken. Punkt.

Gnocchi aus dem Kühlregal haben bei manchen einen schlechten Ruf, aber Grete sagt: Man muss wissen, was man damit macht. In der Pfanne werden sie oft labbrig oder saugen Fett wie ein Schwamm. Im Ofen dagegen kriegen sie außen Farbe, innen bleiben sie weich, und man kann sie mit Gemüse gleich mitrösten. Das ist keine Abkürzung, das ist gescheit genutzt.

Das Gemüse darf ruhig saisonal wechseln. Was gerade da ist, was wegmuss, was der Markt hergibt. Wichtig ist nur: nicht alles gleich groß schneiden und nicht alles gleichzeitig erwarten. Der Ofen ist ehrlich – was zu dick ist, bleibt roh, was zu fein ist, wird trocken. Aber wenn man einmal ein Gefühl dafür hat, ist das ein Gericht, das man im Kopf kocht.

Die Zitronenbutter am Schluss ist kein Schnickschnack, sondern der Punkt, der alles zusammenzieht. Säure, Fett, Wärme – mehr braucht’s oft nicht. Und wenn dann noch ein bisschen Dampf aufsteigt und es nach Röstaromen riecht, weiß man: Das war die richtige Entscheidung für diesen Tag.

Ofengnocchi mit geröstetem Gemüse
vom Blech, kräftig geröstet und zum Schluss gebuttert

  • 500 g frische Gnocchi aus dem Kühlregal
  • 1 rote Paprika
  • 1 Zucchini
  • 1 rote Zwiebel
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Bio-Zitrone
  • 60 g Butter
  • optional etwas Rosmarin oder Thymian
  • optional frisch geriebener Parmesan

Die Gnocchi werden aus der Packung genommen und kurz gelockert, damit sie nicht zusammenkleben. Das Gemüse wird geputzt und in mundgerechte Stücke geschnitten. Paprika eher grob, Zucchini nicht zu dünn, Zwiebel in Spalten.

Alles kommt auf ein großes Blech. Gnocchi und Gemüse werden mit Olivenöl, Salz und Pfeffer vermischt. Jetzt mit den Händen arbeiten, nicht zaghaft, damit alles gut benetzt ist. Das Blech darf nicht überfüllt sein – lieber zwei Bleche als ein gedämpftes Ergebnis.

Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad Ober-/Unterhitze wird das Ganze etwa 25–30 Minuten geröstet. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. Man hört es leicht brutzeln, und die Gnocchi bekommen goldene Stellen. Wenn es nur still vor sich hin trocknet, ist der Ofen zu kalt.

Währenddessen wird die Zitronenbutter vorbereitet. Die Butter langsam schmelzen lassen, nicht braun werden. Die Zitrone heiß abwaschen, Schale fein abreiben, Saft auspressen. Beides in die Butter geben, leicht salzen.

Wenn Gnocchi und Gemüse schön Farbe haben, kommt das Blech aus dem Ofen. Die Zitronenbutter wird darübergegossen, kurz durchgehoben, sodass die Hitze alles verbindet. Wer mag, gibt jetzt Kräuter oder Parmesan darüber.

Typische Fehler und wie man sie rettet

  • Zu viele Gnocchi auf einem Blech ergeben weiche Klöße – dann besser auf zwei Bleche verteilen.
  • Ist alles schon gebräunt, aber innen noch trocken, hilft ein kleiner Schluck Wasser.
  • Fehlt Frische, bringt ein Spritzer Zitronensaft am Ende alles wieder ins Gleichgewicht.

Varianten und Tipps

  • Mit Brokkoli oder Karotten klappt das Gericht genauso, nur kleiner schneiden.
  • Für mehr Sättigung passen Kichererbsen aus der Dose, gut abgespült und mitgeröstet.
  • Ein Löffel Crème fraîche oder Joghurt oben drauf macht’s cremiger.
  • Reste lassen sich am nächsten Tag gut in der Pfanne aufwärmen.

Gretes Tipp

  • Wenn ihr meint, das Blech ist zu trocken für den Ofen, fehlt meist einfach Hitze – nicht Öl.