Einfach · bodenständig · Winterküche ohne Umwege
Sellerieschnitzel sind ein warmes, ehrliches Essen für Tage, an denen der Januar zeigt, was er kann. Das Gericht kommt ohne Schnickschnack aus, macht satt und beweist, dass man auch mit Gemüse etwas Ordentliches auf den Teller bringen kann.
Im Winter greift man automatisch zu dem, was lagerfähig ist. Sellerie gehört da ganz vorn dazu. Der liegt ruhig im Keller, treibt keinen Preis in die Höhe und wartet geduldig darauf, gebraucht zu werden. Früher war das ganz selbstverständlich. Wenn kein Fleisch da war oder man einfach keins wollte, hat man eben Sellerie paniert. Nicht aus Verzicht, sondern aus Vernunft.
Sellerieschnitzel waren oft ein Werktagsessen. Eins von denen, das nebenbei läuft. Der Sellerie kocht vor sich hin, während man Erdäpfel schält oder einen Salat richtet. Und wenn die Scheiben dann in der Pfanne langsam Farbe bekommen, weiß man: Das passt.
Der Geruch ist ruhig, nicht aufdringlich. Erdiger Sellerie, Butter, ein Hauch Muskat. Genau richtig für einen kalten Tag, wenn der Herd Wärme macht und sonst nicht viel los ist.
Sellerieschnitzel sind kein Ersatz für Fleisch. Sie sind ein eigenes Gericht. Wer das so kocht, merkt das auch beim Essen.
Sellerieschnitzel - vorgegart, paniert und langsam goldbraun gebraten
- 1 großer Knollensellerie
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- Muskatnuss
- Mehl
- 2 Eier
- Semmelbrösel
- Butterschmalz oder Butter-Öl-Mischung
Der Sellerie wird geschält und in etwa fingerbreite Scheiben geschnitten. In einem großen Topf kocht man Salzwasser auf und gibt die Selleriescheiben hinein.
In einer großen Pfanne erhitzt man das Fett. Es soll heiß sein, aber nicht rauchen. Die Sellerieschnitzel portionsweise einlegen und bei mittlerer Hitze langsam braten.
Wenn es leise brutzelt, passt die Temperatur. Nach ein paar Minuten wenden und beidseitig goldbraun braten. Fertige Schnitzel kurz auf Küchenpapier ablegen.
Typische Fehler und wie man sie rettet
- Ist der Sellerie zu weich, hilft vorsichtiges Wenden und weniger Hitze.
- Zieht die Panier Fett, war die Pfanne zu kalt – Temperatur erhöhen.
- Schmeckt es fad, wurde der Sellerie selbst zu wenig gewürzt.
Varianten und Tipps
- Sehr gut mit Erdäpfelsalat, grünem Salat oder Krautsalat.
- Etwas geriebener Käse in den Bröseln bringt mehr Würze.
- Reste lassen sich im Ofen wieder aufknuspern.
- Auch kalt im Brot mit Senf kein Fehler.
Gretes Tipp
- Sellerie nimmt Würze nur an, solange er noch warm ist – später könnt ihr’s euch sparen.
