Ein festliches Tiramisu ohne rohes Ei, mit Mascarpone-Sahne, kirschigem Kompott und Löffelbiskuits in Kaffee-Amaretto. Zieht im Kühlschrank durch und wird dabei immer besser – perfekt für 8 Personen.
An den Weihnachtstagen ist die Küche der wärmste Ort im Haus – nicht nur, weil der Backofen läuft, sondern weil sich dort alles sammelt: Stimmen, Düfte, kleine Handgriffe. Bei uns ist das Dessert heimlich der Moment, auf den alle warten. Klaus tut so, als würde er nur „mal probieren“, Ela behauptet, sie hätte gar keinen Hunger mehr, und Grete räumt währenddessen schon die Teller weg, um „Platz für die wichtigen Dinge“ zu schaffen. Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem alles ein bisschen zu viel war: Geschenke halb verpackt, der Baum krumm, die Gans störrisch. Und dann stand dieses Tiramisu im Kühlschrank – über Nacht gezogen, still und verlässlich – und hat den ganzen Abend gerettet.
Zutaten (für 8 Personen, Form ca. 30 × 22 cm, 3–3,5 l)
Zubereitung – Schritt für Schritt
Für das Lebkuchen-Tiramisu mit Kirschen beginnt alles mit der Fruchtschicht: Die Kirschen werden in einem Sieb abgetropft, der Saft dabei aufgefangen. Etwa 300 Milliliter davon kommen in einen kleinen Topf, werden mit dem Zucker aufgekocht und mit der in etwas kaltem Saft angerührten Speisestärke gebunden. Sobald die Masse leicht eindickt, gibst du die Kirschen und den Zitronensaft dazu, rührst alles um und lässt das Kompott vollständig auskühlen – es sollte wirklich kalt sein, sonst verflüssigt sich später die Creme.
In der Zwischenzeit rührst du den Kaffee-Amaretto-Mix an: starker, kalter Espresso oder Kaffee, gemischt mit Amaretto und etwas Zucker. Auch das sollte komplett abkühlen. Dann geht es an die Creme – der eigentliche Herzschlag dieses Desserts. Die sehr kalte Sahne schlägst du steif, in einer zweiten Schüssel rührst du Mascarpone, Frischkäse, Zucker, Vanillezucker, Zimt, Lebkuchengewürz, eine Prise Salz und etwas Orangenabrieb glatt, bis alles eine geschmeidige Masse ist. Danach hebst du die Sahne vorsichtig in zwei Portionen unter, sodass eine standfeste, aber luftig-cremige Füllung entsteht.
Jetzt kannst du schichten: Eine Auflaufform von etwa 30 mal 22 Zentimetern legst du mit der ersten Lage Löffelbiskuits aus. Diese tauchst du nacheinander nur ganz kurz – ein bis zwei Sekunden – in den Kaffee-Amaretto, denn sie sollen sich nur vollsaugen, nicht auflösen. Die Biskuits legst du dicht an dicht in die Form, darüber kommt etwa die Hälfte der Creme, die du gleichmäßig verstreicht. Dann gibst du das abgekühlte Kirschkompott darüber, streust die zerbröselten Lebkuchen darauf und beginnst mit der zweiten Lage: wieder kurz getränkte Löffelbiskuits, dann der Rest der Creme, die du glattstreichst.
Jetzt hat das Dessert Pause verdient – es muss mindestens sechs Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank durchziehen. In dieser Zeit verbinden sich die Aromen, die Biskuits werden weich und die Creme festigt sich perfekt. Kurz vor dem Servieren bestäubst du die Oberfläche großzügig mit Kakaopulver, streust nach Wunsch noch etwas Lebkuchenbrösel oder dunkle Schokoraspel darüber und schneidest das Tiramisu in große, saftige Stücke. So cremig, wie es jetzt ist, darf es einfach auf den Tisch – kein Schnickschnack, nur ein Lächeln und die Gabel.
