Lebkuchen-Tiramisu mit Kirschen (mit Amaretto)

Ein festliches Tiramisu ohne rohes Ei, mit Mascarpone-Sahne, kirschigem Kompott und Löffelbiskuits in Kaffee-Amaretto. Zieht im Kühlschrank durch und wird dabei immer besser – perfekt für 8 Personen.

An den Weihnachtstagen ist die Küche der wärmste Ort im Haus – nicht nur, weil der Backofen läuft, sondern weil sich dort alles sammelt: Stimmen, Düfte, kleine Handgriffe. Bei uns ist das Dessert heimlich der Moment, auf den alle warten. Klaus tut so, als würde er nur „mal probieren“, Ela behauptet, sie hätte gar keinen Hunger mehr, und Grete räumt währenddessen schon die Teller weg, um „Platz für die wichtigen Dinge“ zu schaffen. Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem alles ein bisschen zu viel war: Geschenke halb verpackt, der Baum krumm, die Gans störrisch. Und dann stand dieses Tiramisu im Kühlschrank – über Nacht gezogen, still und verlässlich – und hat den ganzen Abend gerettet.

Das ist das Schöne an diesem Lebkuchen-Tiramisu mit Kirschen: Es schmeckt nach Weihnachten, ohne dass du dafür die Nerven verlierst. Die Creme ist seidig, die Kirschen bringen Frische, und die Löffelbiskuits nehmen den Kaffee und den Amaretto auf wie eine kleine Umarmung. Während das Hauptgericht Aufmerksamkeit braucht, macht sich dieses Dessert fast von selbst. Wenn Besuch kommt, kannst du es morgens vorbereiten, die Form zudecken und gut ist. Später, wenn alle schon satt und zufrieden sind, holst du es heraus, streust Kakao darüber und schneidest dicke, großzügige Stücke – nicht mit Lineal, sondern aus dem Bauch heraus.

Grete sagt: „An Weihnachten zählt nicht die Kante, sondern die Erinnerung.“ Recht hat sie. Und die Erinnerung schmeckt hier nach Zimt, Vanille und einem Hauch Bittermandel. Wer mag, krümelt noch Lebkuchen darüber – das sieht hübsch aus und ist diese Art von Extra, die keiner erwartet, aber alle lieben. Ich mach meistens eine große Auflaufform, denn Reste sind ein Segen: Am nächsten Tag, wenn die Küche endlich aufgeräumt ist und man im Schlafanzug Kaffee trinkt, schmeckt ein kalter Löffel Tiramisu wie eine kleine Verlängerung der Festtage. Also: Mach’s dir einfach – es soll ja kein Stress werden. Dieses Dessert übernimmt die Gemütlichkeit.

Zutaten (für 8 Personen, Form ca. 30 × 22 cm, 3–3,5 l)

Für die Kirschschicht
• 2 Gläser Sauerkirschen (je 680 g Füllmenge, Abtropfgewicht gesamt ca. 700 g)
• 300 ml Kirschsaft (vom Glas abgenommen)
• 40 g Zucker
• 2 gehäufte EL Speisestärke (ca. 24 g)
• 1 TL Zitronensaft

Für die Kaffeemischung
• 300 ml starker, kalter Espresso oder Kaffee
• 120 ml Amaretto
• 1–2 EL Zucker (nach Geschmack)

Für die Creme
• 750 g Mascarpone
• 250 g Frischkäse Doppelrahm (oder Sahnequark, gut abgetropft)
• 400 ml Schlagsahne, sehr kalt
• 120 g Zucker
• 2 Päckchen Vanillezucker
• 1 TL Zimt
• 1 TL Lebkuchengewürz
• 1 Prise Salz
• Optional: Abrieb von ½ Bio-Orange

Für die Schichtung und Deko
• 350–400 g Löffelbiskuits
• 100–150 g weicher Lebkuchen ohne Glasur, zerbröselt
• 2–3 EL Kakaopulver (zum Bestäuben)
• Optional: dunkle Schokoraspel

Zubereitung – Schritt für Schritt

Für das Lebkuchen-Tiramisu mit Kirschen beginnt alles mit der Fruchtschicht: Die Kirschen werden in einem Sieb abgetropft, der Saft dabei aufgefangen. Etwa 300 Milliliter davon kommen in einen kleinen Topf, werden mit dem Zucker aufgekocht und mit der in etwas kaltem Saft angerührten Speisestärke gebunden. Sobald die Masse leicht eindickt, gibst du die Kirschen und den Zitronensaft dazu, rührst alles um und lässt das Kompott vollständig auskühlen – es sollte wirklich kalt sein, sonst verflüssigt sich später die Creme.

In der Zwischenzeit rührst du den Kaffee-Amaretto-Mix an: starker, kalter Espresso oder Kaffee, gemischt mit Amaretto und etwas Zucker. Auch das sollte komplett abkühlen. Dann geht es an die Creme – der eigentliche Herzschlag dieses Desserts. Die sehr kalte Sahne schlägst du steif, in einer zweiten Schüssel rührst du Mascarpone, Frischkäse, Zucker, Vanillezucker, Zimt, Lebkuchengewürz, eine Prise Salz und etwas Orangenabrieb glatt, bis alles eine geschmeidige Masse ist. Danach hebst du die Sahne vorsichtig in zwei Portionen unter, sodass eine standfeste, aber luftig-cremige Füllung entsteht.

Jetzt kannst du schichten: Eine Auflaufform von etwa 30 mal 22 Zentimetern legst du mit der ersten Lage Löffelbiskuits aus. Diese tauchst du nacheinander nur ganz kurz – ein bis zwei Sekunden – in den Kaffee-Amaretto, denn sie sollen sich nur vollsaugen, nicht auflösen. Die Biskuits legst du dicht an dicht in die Form, darüber kommt etwa die Hälfte der Creme, die du gleichmäßig verstreicht. Dann gibst du das abgekühlte Kirschkompott darüber, streust die zerbröselten Lebkuchen darauf und beginnst mit der zweiten Lage: wieder kurz getränkte Löffelbiskuits, dann der Rest der Creme, die du glattstreichst.

Jetzt hat das Dessert Pause verdient – es muss mindestens sechs Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank durchziehen. In dieser Zeit verbinden sich die Aromen, die Biskuits werden weich und die Creme festigt sich perfekt. Kurz vor dem Servieren bestäubst du die Oberfläche großzügig mit Kakaopulver, streust nach Wunsch noch etwas Lebkuchenbrösel oder dunkle Schokoraspel darüber und schneidest das Tiramisu in große, saftige Stücke. So cremig, wie es jetzt ist, darf es einfach auf den Tisch – kein Schnickschnack, nur ein Lächeln und die Gabel.


Gretes Tipp: passende Tiramisu Form