Ruhig · wärmend · süße Ofenküche für kalte Tage
Ein Grießauflauf ist genau das Richtige für Ende Februar. Er kommt aus dem Ofen, macht die Küche warm und satt, ohne schwer zu sein. Die Kirschen bringen Säure, die Mandelkruste oben drauf sorgt für Biss. Das ist kein hastiges Dessert, sondern eins, das man in Ruhe löffelt.
Ende Februar ist so eine Zeit, da weiß man oft nicht recht, was man will. Der Winter hängt einem noch in den Knochen, aber die Lust auf Plätzchen und Bratäpfel ist vorbei. Genau da kommt so ein Auflauf ins Spiel. Warm, cremig, ein bisschen fruchtig, aber nicht leichtfertig. Einer, der nicht geschniegelt daherkommt, sondern verlässlich ist.
Grieß war früher ein fester Bestandteil in der Küche. Der stand im Schrank, hat nicht verdorben, war günstig und hat viele satt gemacht. Und wenn Besuch kam, hat man halt keinen Brei gekocht, sondern einen Auflauf draus gemacht. Mit Eiern, Milch, ein bisschen Butter – und wenn man hatte, mit Obst aus dem Glas. Das war nichts Minderwertiges, das war Haushaltskunst.
Die Kirschen im Glas sind hier kein Notbehelf, sondern genau richtig. Frische gibt’s nicht, und Tiefkühlware wird oft wässrig. Die Kirschen aus dem Glas haben Säure, halten die Form und machen den Auflauf nicht matschig.
Oben drauf die Mandeln – die sorgen dafür, dass man beim Essen auch was zu tun hat.
Das ist ein Gericht für einen ruhigen Sonntag oder als süßer Abschluss nach einem einfachen Mittagessen. Man stellt ihn in den Ofen, räumt in der Zeit die Küche auf, und irgendwann riecht es nach Milch, Butter und ein bissl nach Kuchen. Mehr braucht’s nicht.
Grießauflauf - cremig gebacken, mit Frucht und knuspriger Kruste
- 500 ml Milch
- 80 g Weichweizengrieß
- 3 Eier
- 80 g Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 1 Prise Salz
- 60 g Butter
- 1 Glas Sauerkirschen, abgetropft
- 50 g gehobelte Mandeln 1 Esslöffel Zucker für die Kruste
Die Milch wird mit der Butter und einer Prise Salz langsam erhitzt. Sobald sie heiß ist, aber noch nicht kocht, wird der Grieß unter ständigem Rühren eingerieselt. Die Masse wird kurz aufgekocht und dann bei kleiner Hitze ein paar Minuten gerührt, bis sie dicklich ist und sich vom Topfboden löst. Dann vom Herd ziehen und etwas abkühlen lassen.
Die Eier werden getrennt. Eigelb, Zucker und Vanillezucker werden unter den lauwarmen Grieß gerührt. Wichtig ist, dass die Masse nicht mehr heiß ist, sonst stocken die Eier. Die Kirschen werden vorsichtig untergehoben.
Das Eiweiß wird steif geschlagen und behutsam unter die Grießmasse gezogen. Nicht rühren wie wild – man will die Luft behalten.
Eine Auflaufform wird gebuttert, die Masse eingefüllt und glatt gestrichen. Mandeln und der Esslöffel Zucker werden gleichmäßig darübergestreut.
Der Auflauf kommt bei 180 Grad Ober- und Unterhitze auf mittlerer Schiene in den Ofen und backt etwa 40 Minuten. Die Oberfläche soll goldbraun sein und beim Draufdrücken leicht federn.
Vor dem Servieren den Auflauf zehn Minuten stehen lassen. Dann setzt er sich und lässt sich sauber portionieren.
Typische Fehler und wie man sie rettet
- Wird der Auflauf zu fest, war zu wenig Milch im Spiel – ein Schuss warme Milch hilft.
- Ist er innen flüssig, braucht er schlicht noch zehn Minuten im Ofen.
- Zu dunkle Oberfläche lässt sich mit Alufolie bremsen.
Varianten und Tipps
- Statt Kirschen passen auch Aprikosen oder Zwetschken aus dem Glas.
- Ein Löffel Sauerrahm unter der Masse macht den Auflauf noch cremiger.
- Reste lassen sich gut aufwärmen oder kalt schneiden wie Kuchen.
Gretes Tipp
- Grieß mag Geduld – wenn man ihn hetzt, wird er beleidigt und klumpt.