Klassisch · cremig · Kuchen vom Blech oder aus der Form
Ein Kirschkuchen mit Pudding und Mürbeteig ist genau der richtige Kuchen, wenn man etwas Verlässliches braucht. Nichts Aufgeregtes, nichts Modernes, sondern ein Kuchen, der nach Sonntag schmeckt, nach Kaffeekanne auf dem Tisch und nach einem zweiten Stück, das man eigentlich nicht mehr braucht, aber trotzdem nimmt.
Es gibt Kuchen, die kommen und gehen. Und es gibt solche, die bleiben. Dieser gehört zur zweiten Sorte. Den hat man schon gebacken, als die Kinder klein waren, und später wieder, wenn sie groß waren und plötzlich mit eigenen Kindern vor der Tür standen. Immer gleich, immer gut. Und jedes Mal denkt man sich: Warum back ich den eigentlich nicht öfter?
Der Mürbeteig macht die Sache bodenständig. Der ist nicht fluffig, nicht luftig, sondern gibt Halt. Darauf kommt der Pudding, warm eingestrichen, noch ein bissl dampfend, damit er sich sauber verteilt. Und dann die Kirschen. Nicht dekorativ, nicht geschniegelt, sondern einfach drauf, so wie sie fallen. Die versinken ein wenig, geben Saft ab, und genau das macht den Kuchen später so saftig.
Grete hat diesen Kuchen oft gebacken, wenn Besuch kam, der nicht groß angekündigt war. Die Zutaten hat man meist im Haus, und selbst wenn nicht, fehlt nichts, was man nicht ersetzen könnte. Kirschen aus dem Glas gehen genauso wie frische, und der Pudding muss nicht aus Vanillemark sein, der aus dem Päckchen tut hier seinen Dienst, ohne dass man sich schämen müsste.
Beim Backen riecht die Küche erst nach Butter, dann nach Vanille, und irgendwann kommt dieser warme Kirschduft dazu. Das ist der Moment, wo man weiß: Der Kuchen wird was. Und wenn er dann aus dem Ofen kommt, lässt man ihn in Ruhe. Der will nicht gleich angeschnitten werden. Der braucht Zeit, genau wie so vieles in der Küche. Und die sollte man ihm auch geben.
Kirschkuchen mit Pudding und Mürbeteig
klassisch gebacken, saftig und bodenständig
- 300 g Weizenmehl
- 150 g kalte Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 2 Päckchen Vanillepuddingpulver
- 800 ml Milch
- 4 Esslöffel Zucker
- 2 Gläser Sauerkirschen
- 1 Esslöffel Speisestärke
- etwas Butter für die Form
- optional etwas Puderzucker zum Bestäuben
Für den Mürbeteig wird das Mehl in eine Schüssel gegeben. Die kalte Butter wird in Stücke geschnitten und zusammen mit Zucker, Ei und Salz rasch eingearbeitet. Der Teig soll krümelig zusammenkommen, nicht geknetet werden. Sobald er sich formen lässt, wird er zu einer Scheibe gedrückt, eingewickelt und mindestens dreißig Minuten kaltgestellt.
In der Zwischenzeit werden die Kirschen gut abgetropft. Der Saft wird dabei aufgefangen. Ein paar Esslöffel davon werden mit der Speisestärke glattgerührt, der restliche Saft kurz aufgekocht und damit gebunden. Die Kirschen werden untergehoben und beiseitegestellt.
Für den Pudding wird die Milch erhitzt. Das Puddingpulver wird mit dem Zucker angerührt und in die kochende Milch eingerührt. Der Pudding soll dick sein und einmal richtig aufblubbern, dann wird er vom Herd gezogen.
Der Backofen wird auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Eine Springform oder ein kleines Blech wird gut gebuttert. Der Mürbeteig wird ausgerollt, in die Form gelegt und am Rand leicht hochgezogen. Der Boden wird mehrmals mit einer Gabel eingestochen.
Der heiße Pudding wird gleichmäßig auf dem Teigboden verteilt. Darauf kommen die Kirschen samt Saft, locker verteilt. Der Kuchen wird auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten gebacken, bis der Rand goldgelb ist und die Oberfläche ruhig wirkt.
Nach dem Backen bleibt der Kuchen in der Form, bis er vollständig ausgekühlt ist. Erst dann wird er angeschnitten. Wer mag, bestäubt ihn vor dem Servieren leicht mit Puderzucker.
Typische Fehler und wie man sie rettet
- Ein zu weicher Boden wird besser, wenn der Teig gut gekühlt ist.
- Flüssiger Pudding war nicht heiß genug - kurz nachkochen hilft.
- Reißt der Kuchen, war er zu früh angeschnitten - einfach wieder zusammensetzen.
Varianten und Tipps
- Mit Schattenmorellen wird der Kuchen etwas kräftiger.
- Ein Teil der Milch kann durch Sahne ersetzt werden für mehr Fülle.
- Der Kuchen hält sich gut zwei Tage kühl gestellt.
- Reste lassen sich gut einfrieren, am besten in Stücken.
Gretes Tipp
- Kirschkuchen schmeckt am nächsten Tag oft besser als frisch.
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